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UNSERE GEMEINDE

Gemeinde Ober-Mörlen mit Ortsteil
Langenhain-Ziegenberg

Ober-Mörlen

Frankfurt am Main ‑ diesen Namen kennt jeder. Fahren wir von hier auf der Autobahn A5/E4 rund 40 km nach Norden, an Bad Homburg und Friedberg vorbei, bis zur Abfahrt Ober-Mörlen. Dann sind wir gleich an unserem Ziel. Am Ortseingang grüßen im Sommer beiderseits der Straße prächtige Rosenfelder.

Ober-Mörlen mit dem Ortsteil Langenhain - Ziegenberg liegt in der westlichen Wetterau und hat heute etwa 5950 Einwohner.
Die Gemeindefläche die im Westen an den Hochtaunuskreis grenzt umfasst 3765 Hektar, wovon 42% bewaldet sind. Die schöne und landschaftlich reizvolle Gemarkung mit ihrem Usa Bach, ihren waldreichen Höhen und Tälern sowie der nahe "Hochtaunuskreis" kennzeichnen es als ideales Erholungsgebiet.
Auch verkehrsmäßig liegt Ober-Mörlen nicht im Abseits. Der Ort ist verbunden mit der B 275 und L 3056. Er hat einen Autobahnanschluss A5/E4 in der Gemarkung und Busverbindungen nach Bad Nauheim und Friedberg.


Ober-Mörlen ist ein recht großes Dorf. Ins Auge fällt sofort das "Schloss", ein Renaissancebau aus dem Jahre 1589. Drinnen arbeitet unsere Gemeindeverwaltung. Draußen, auf dem Schlosshof, haben die Kinder ihren Spielplatz; im Schlossgarten verführen Bänke zwischen Blumen und Spring-brunnen zum gemütlichen Plausch.

Wenige Schritte weiter überragt die katholische Kirche das Gewirr der alten und neuen Gassen und Dächer. Ein schattiger Platz unter Bäumen, der Duft von frischem Brot aus dem Bäckerladen: ein Idyll? Ober-Mörlen hat den Charakter einer von der Landwirtschaft geprägten Gemeinde nicht ganz verloren, obwohl es eine Arbeiterwohnsitzgemeinde geworden ist. Im letzten Jahrzehnt haben sich hier zahlreiche Gewerbebetriebe angesiedelt. Dennoch arbeitet der größte Teil der Bevölkerung auswärts.

Über der Arbeit fürs tägliche Brot vergessen wir in Ober-Mörlen aber nicht die Feste und das Feiern. Zum Jahreslauf gehören hier vor allem Fastnacht, Dorffest und die Pfarrfeste, die sich im Dorf und ringsum kaum jemand entgehen lässt, der noch unbeschwerte und vergnügliche Stunden zu genießen versteht.

In der Fastnachtszeit verwandelt sich Ober-Mörlen zu "Mörlau", dem "Klein‑Mainz" im Usatal, und wird zum Mittelpunkt echten, fastnachtlichen Brauchtums in der Wetterau.
Über sechzig Vereine sorgen für ein breites Freizeitangebot.

Langenhain‑Ziegenberg

Dieser beliebte Ausflugs‑ und Erholungsort liegt im Naturpark Hochtaunus. Auf erholsamen Spaziergängen durch die herrlichen Wälder holen sich Gäste von nah und fern den gesunden Appetit für ein deftiges Mahl in einem der gemütlichen ländlichen Gasthöfe.

Bereits 1273 werden die Dörfer Langenhain und Ziegenberg urkundlich erwähnt; wahrscheinlich war das Gebiet aber schon in der Bronzezeit besiedelt. Die Römer bauten zwischen 80 und 120 n. Chr. den Limes, ein Befestigungswerk gegen die Germanen mit zahlreichen Kastellen und Wachttürmen; dazu gehören auch das Kastell Langenhain und der Römerturm auf dem Gaulskopf (eine Wanderstunde entfernt, mit großartigem Blick auf die Taunuslandschaft). Das Usatal war als Einfallstor der Germanen besonders stark ausgebaut, mit einem doppelten Pfahlgraben. Das Kastell Langenhain befand sich östlich der jetzigen Ortslage auf der heute "Gickelsburg" benannten Höhe. Sichtbare Spuren sind die Fundamente des Kirchturms und ein Sandsteinquader an der Südostecke der Kirche mit der Inschrift LEG XXII, sowie Gemarkungsnamen wie "Pfahlwiesen" und "Pfahläcker". Nach Zerfall des Römischen Reiches wurde die Besiedlung unterbrochen.

Rund 1000 Jahre später wurde das Gebiet von Ober-Mörlen aus wieder besiedelt und blieb bis ins 16. Jahrhundert mit dem Mutterort eng verbunden (Mörler Mark). Im Jahre 1273 werden die beiden Orte Langenhain‑Ziegenberg, im Jahre 1388 die Burg Ziegenberg erstmals urkundlich erwähnt. Noch zu Luthers Lebzeit wird die Gemeinde evangelisch. Die Teilung der Mörler Mark im 16. Jhdt. bringt Langenhain‑Ziegenberg zu Hessen, während Ober-Mörlen kurmainzisch wird. So wechselten zwischen 1273 und 1577 ständig die Besitzer des Mörler Grundes, zu dem beide Dörfer gehörten.

1557 erwarb Conrad von Diede vom Fürstenstein Ziegenberg. Ein Nachkomme, Eitel von Diede, erbaute 1757 das Barockschloß Ziegenberg auf einem Felshügel. 1897 kam es in den Besitz der wohlhabenden Frankfurter Familie Passavant-Gontard, die sich bis 1939 diesen idyllischen Sommersitz leistete. Im 2. Weltkrieg brannte das Schloß bis auf die Mauern aus.

In den letzten Jahren übernahm ein Privatmann den historisch getreuen Wiederaufbau des Schlosses.

Der Ort hat sich in den letzten Jahren wesentlich gewandelt. Aus einer überwiegend bäuerlichen Siedlung ist eine Gemeinde geworden, deren Bürger zum größten Teil in den nahe ge-legenen Städten arbeiten und in der nur noch einige landwirt-schaftliche Voll‑ oder Nebener-werbsbetriebe zu finden sind.


Goethe und Langenhain‑Ziegenberg

Wilhelm Christoph von Diede (1732‑1807) stand mit Goethe in freundschaftlichen Beziehungen. Am Weimarer Hof hatten sie sich kennengelernt. v. Diede verfolgte mit viel Sachkenntnis und großem Einfühlungsvermögen seine Pläne, Natur und Kunst zu einer Einheit zu verschmelzen. Er ließ sich von Goethe beraten, wie sein Schloßpark in diesem Sinne zu gestalten sei. So wurden Baumgruppen, Alleen, steinerne Ruhebänke, Wasserspiele und Monumente nach künstlerischen Gesichtspunkten angelegt. Die Ideen Rousseaus fanden in solchen Parkanlagen einen sichtbaren Ausdruck.

Aus dieser Zeit blieb uns ein Denkmal erhalten, mit dem Christoph von Diede die innige Verbundenheit mit seiner Gemahlin und seiner Schwester Sophie zum Ausdruck bringen wollte: Auf einem dreiseitigen Sockel erhebt sich die Kugel der Fortuna, gefesselt durch die Liebe der drei Menschen zueinander, versinnbildlicht durch drei Rosengirlanden. Die von Goethe verfasste Inschrift lautet:

"DEM DREYFACH GEFESSELTEN GLYKE WIDMET DANKBAR DER GATTE, WIDMET DER BRUDER DEN STEIN"

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