EVANGELISCHE KINDERTAGESSTÄTTE LANGENHAIN-ZIEGENBERG
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Im Lettig 17 61239 Ober-Mörlen-Langenhain Tel.: 06002 / 7515 Leiterin: Frau Ingrid Wessel Kirchliche Kindertagesstätte mit Schulkinderbetreuung für Kinder von 3-10 Jahren in zwei altersgemischten Gruppen.
Evangelische Kindertagesstätte „Modelleinrichtung“ Die Evangelische Kindertagesstätte Langenhain-Ziegenberg ist vom Land Hessen in die Erprobungsphase des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes aufgenommen worden. Mit Schreiben vom 25.07.05 der Kultusministerin Karin Wolff und der Sozialministerin Silke Lautenschläger wurde uns dies mitgeteilt. Was bedeutet das? Unter dem Motto „Bildung von Anfang an“ erstellt das Land Hessen für Kinder von 0 bis 10 Jahren einen Bildungs- und Erziehungsplan. Dieser Plan wird dann an ausgewählten Einrichtungen erprobt, erweitert, ergänzt, korrigiert. Ganz wesentlich werden daran die Erzieherinnen, der Träger, die Eltern, aber auch die Wintersteinschule Ober-Mörlen mit beteiligt sein. Nur in enger Vernetzung zwischen Kindertagesstätte und Schule kann das ehrgeizige Ziel umgesetzt werden. Ab 2007/08 soll dann der neue Erziehungsplan landesweit umgesetzt werden. Die Anregung von Pfarrer Rump, sich um die Beteiligung an der Erprobungsphase zu bewerben, fand bei Bürgermeister Steffens Unterstützung und wurde von der Leiterin unserer KiTa, Frau Wessel, sowie der Rektorin der Wintersteinschule, Frau Knapp, sofort aufgegriffen. Alle Vorarbeit in den Kindertagesstätten macht nur Sinn, wenn sie einen nahtlosen Übergang in der Grundschule erfährt – und umgekehrt müssen sich die Schulen darauf verlassen können, was in den Kindertagesstätten spielerisch, kreativ, lebendig, Spaß machend und neugierig vorbereitet wird. Dass genau dieser Lernansatz unseren Kindern große Freude bereitet, zeigt die Arbeit unserer Kindertagesstätte seit Jahren. „Spielend lernen“ – das ist das Motto, dem wir uns verpflichtet fühlen. Wir freuen uns über das Vertrauen, das in unsere Einrichtung gesetzt wird. STICHWORTE ZU UNSEREM PÄDAGOGISCHEN KONZEPT:Erziehung in den ersten so wichtigen Lebensjahren wird maßgeblich bestimmt durch das, was ein Kind in seiner unmittelbaren Lebenswelt erfährt. In praktischer Konsequenz dieser Erkenntnis der Bildungsforschung (Weinert) bietet sich unsere Tagesstätte als fröhlicher, überaus anregender, ja abenteuerlicher Ort für Kinder an. Gestützt auf den im Kindergartengesetz verankerten Bildungsauftrag und in bewusstem Gegensatz zu einer bloßen "Betreuungspädagogik" tragen wir der Wissbegierde unserer Kinder durch ein umfassendes und vielfältiges entwicklungsstimulierendes Angebot Rechnung. Mit Hilfe fester auf christlichen Werten (wie Ehrfurcht vor dem Leben, Nächstenliebe und Barmherzigkeit) basierender Verhaltensregeln (siehe Kasten) und ritualisierter täglicher Abläufe (wie z.B. gemeinsames Frühstück mit Tischgebet, Stuhlkreis, Geburtstagsfeier...) schaffen wir eine sichere, vertrauensvolle Umgebung, die unsere Kinder ermutigt, die von uns gestalteten Lerngelegenheiten selbstbestimmt und entsprechend ihrer individuellen Möglichkeiten zu entdecken und auszuprobieren. So wollen wir z.B. mit unserem wöchentlichen "Erlebnistag" – auch neudeutsch "Out-door-Tag" genannt- nicht nur dem verstärkt zu beobachtenden Bewegungsdrang unserer Kinder begegnen. Vielmehr sollen den Kindern an diesem Vormittag ganz unterschiedliche Erlebnisse in stets wechselnder Umgebung ermöglicht werden. Wie viele engagierte Pädagogen haben auch wir längst begriffen, dass die Natur ein einziges großes Bildungsreservoir ist. Dabei aktiviert das abwechslungsreiche Gelände um Langenhain-Ziegenberg (Wald, Moosflächen, Felsen, Hecken, Wiesen, Felder, Pfützen, Vogelbach und Usa...) nicht nur Forscherdrang und Abenteuerlust der Kinder. Darüber hinaus werden vielfältige Körper- und Sinneserfahrungen vermittelt und in diesem Zusammenhang Motorik und Wahrnehmung im Sinne ganzheitlicher Pädagogik gefördert: Entdecken, Beobachten, Benennen, Hypothesen bilden, mit anderen darüber diskutieren – das sind Bildungserfahrungen per se. Und während die Politik noch heftig darüber rangelt, wie man vor der Schule und in der Schule Defizite ausgleicht ,die im Rahmen der PISA-Studie aufgezeigt worden sind, bieten wir in Langenhain bereits vier Jahre lang erlebnispädagogische Alternativen an.
Seit 2003 können wir auch unser, von der Kommune Ober-Mörlen großzügig ausgestattetes, in seinem unteren Teil naturnah gestaltetes Außengelände nutzen, um in obigem Sinne mit den Kindern Feuer zu machen, Hütten zu bauen oder in Höhlen zu kriechen. Aber auch in den im Jahre 2000 fertig gestellten, von der Kommune Ober-Mörlen um- bzw. neu gebauten Innenräumen unserer Kita gibt es genügend Freiräume zu selbständigem Erkunden und Entdecken. Hierfür müssen wir Erzieherinnen nur noch die geeigneten Gegenstände und Materialien bereitstellen! Unentbehrliche Voraussetzung für dieses selbstbestimmte Lernen ist die Annahme und Anerkennung jedes einzelnen Kindes, das Ernstnehmen seiner Gefühle, Gedanken und Fragen.. So lassen wir die Kinder nicht nur während der bedarfsorientiert angebotenen Sprachförderung spüren, dass das, was sie sagen, wichtig ist, sondern helfen ihnen auch bei anderen Anlässen auszudrücken, was in ihnen vorgeht. Eine sinnvolle Ergänzung und Unterstützung der Sprachentwicklung bilden unsere musikalischen Angebote: Das Gehör, die Feinmotorik, die Atmung und nicht zuletzt die „Schwingungen“ zwischen den musizierenden Kindern und Erwachsenen werden durch regelmäßiges Singen, häufiges Erproben von Orff-Instrumenten oder auch durch Tanzen und Bewegung nach Musik günstig beeinflusst. Darüber hinaus dürfen wir uns glücklich schätzen, seit Herbst 2003 in Kooperation mit dem MCC Ober-Mörlen in unseren Räumen und zu sehr günstigen Konditionen für Kinder unserer Tagesstätte musikalische Früherziehung anbieten zu können. Ihren wachsenden Fähigkeiten und erweiterten Interessen entsprechend, bieten wir unseren fünf- bis sechsjährigen Kindern zusätzlich zweimal in der Woche die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen religionspädagogischen, historischen, sozial- und naturkundlichen, aber auch hauswirtschaftlichen und nicht zuletzt musischen Projekten an.
Im Rahmen dieser Projekte können die Kinder z.B. einen Familiengottesdienst mit vorbereiten und das Programm eines Seniorennachmittages mitgestalten.. Sie können mit uns nach Spuren der Römer oder des Mittelalters suchen, sich mit moderner Kunst oder klassischer Musik beschäftigen , einen Koch- oder Backkurs absolvieren und in der Umgebung Langenhain-Ziegenbergs Tiere und Pflanzen in ihrem Lebenszusammenhang beobachten, unterscheiden und bestimmen lernen. Hierbei geht es uns nicht in erster Linie um eine Erweiterung des Sachwissens unserer Kinder. Im Zusammenhang solcher Projekte versuchen wir, anders als durch die isolierte Förderung des Frühlesens, -schreibens oder -rechnens, ganzheitlich wesentliche Fähigkeiten als wichtige Grundlagen allen weiteren Lernens zu fördern: - die Kontrolle der eigenen Bewegung (der Grobmotorik wie auch der Feinmotorik, z.B. des Zeichnens als Voraussetzung des Schreibens) - die Artikulation und Festigung von Sprache (als Voraussetzung des Lesens und des Textverständnisses) - das Unterscheiden ,Ordnen und Vergleichen ;die Sensibilisierung für quantitative Anordnungen und Muster (als Voraussetzung des naturwissenschaftlich-mathematischen Denkens)
Im Rahmen unserer Projekte können die Kinder ihr Gemeinwesen entdecken und andere Lebenswelten kennenlernen, so ermutigen wir sie nicht zuletzt zu aktiver Teilhabe an Kirche und Gesellschaft. Als Kindertagesstätte in kirchlicher Trägerschaft sind wir Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Langenhain-Ziegenbergs. Die Mitwirkung bei Gottesdiensten, Gemeindefesten und ähnlichen Gemeindeveranstaltungen und die damit einhergehenden Generationen – und gruppenübergreifenden Kontakte erleichtern uns nicht nur das Erreichen der zuletzt genannten Projektziele. Darüber hinaus wird durch die Vernetzung von kirchengemeindlichen Angeboten z.B. für Krabbelkinder oder Kinder im Grundschulalter (Kigo) mit der Kindertagesstätte interessierten Eltern und Geschwistern der Zugang zu diesen Gruppen erleichtert und so der häufig beklagten sozialen Isolation gerade auch neu zugezogener Familien entgegengewirkt. In diesem Zusammenhang sind auch die zahlreichen Feste und Feiern unserer Tagesstätte in der Faschingszeit, im Sommer, zu St. Martin oder Weihnachten eine wichtige Gelegenheit für das gegenseitige Kennenlernen junger, in Langenhain-Ziegenberg wohnender Familien.. Für die Ermittlung der Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien, zur Erfüllung der Aufgaben und Ziele unserer Kindertagesstätte ist eine intensive Zusammenarbeit mit Eltern unerlässlich. Dies geschieht in partnerschaftlicher Weise durch informative Elternabende und Elternbildungsangebote, aber auch durch das Angebot von Entwicklungsgesprächen, in deren Verlauf wir unsere systematischen ,dokumentierten Beobachtungen des kindlichen Verhaltens, seiner Stärken und Schwächen mit den Eltern diskutieren, um in gegenseitiger Ergänzung seine individuelle Förderung vereinbaren zu können. Besonders wichtig ist die Mitwirkung der gewählten Elternvertreter im Kindertagesstättenausschuss, in dem alle maßgeblichen betrieblichen und pädagogischen Entscheidungen beraten werden. Einige Beispiele unserer Regeln n niemandem wehtun n alles hat seine Zeit n alle Dinge haben ihren festen Platz n bevor wir etwas Neues anfangen ,wird aufgeräumt n verhandeln n abstimmen und n Beschlüsse einhalten n Warten, bis man an der Reihe ist
Beispiele dafür, was zum Erfahrungsschatz unserer Kinder gehört: n eine Brücke über den Vogelbach gebaut haben n darüber balanciert und n hineingefallen sein n jemanden getröstet haben n einen Hefetag geknetet haben n sein Lieblingsessen selbst zubereitet haben n den Tisch gedeckt haben n ein Selbstportrait gemalt haben n mit dem Schlitten einen steilen Hügel hinuntergefahren sein n auf der Schlittenbahn (und hinterher in der Küche) mit Eis und Schnee experimentiert haben n traurig gewesen zu sein n mehrere Musikinstrumente ausprobiert haben n verschiedene Martins-Lieder auswendig gelernt haben n den Zug der Kraniche beobachtet haben n mehrere Worte (und Lieder) in einer fremden Sprache kennengelernt haben n Stolz gefühlt haben n 3 Bäume im Wald sicher bestimmt haben n gestaunt haben n ein Gebet gesprochen haben n biblische Geschichten gehört haben n Theater gespielt haben n klassische Musik gehört haben n auf den Resten des Limes durch das Vogeltal gewandert sein n den Römerturm entdeckt und gezeichnet haben n die Ruinen der Münzenburg erforscht haben n einen Stuhlkreis geleitet haben n mindestens 10 verschiedene Kreisspiele kennengelernt haben n dankbar gewesen sein n einen Familiengottesdienst mit anderen für andere gestaltet haben n im Feuerwehrauto nach Hause gefahren sein n über eine Felswand geklettert sein und danach n Schiefer und Quarzit unterscheiden gelernt haben n Zwei verschiedene Köcherfliegenarten identifiziert haben n Einen Schlafapfel auseinander geschnitten und hineingeschaut haben
n
...Fortsetzung täglich in unserer Kita! ZUR GESCHICHTE UNSERER KINDERTAGESSTÄTTE:
Bild der ehemaligen Kleinkinderschule in Ziegenberg ca. 1870 Der Kindergarten im Ortsteil Langenhain-Ziegenberg gehört zu den ältesten Einrichtungen seiner Art im oberhessischen Raum. Bereits 1873 wurde auf Schloss Ziegenberg die Stiftungsurkunde der Löw'schen Stiftung unterzeichnet. Der Ertrag des Vermögens der neuen Stiftung, sollte, so der Wille der Stifterinnen, zum Besten der Kinder der Gemeinde Langenhain-Ziegenberg dienen. Schon wenige Jahre später hatte die Stiftung in Ziegenberg ein Gebäude erworben und eine "Kleinkinderschule" eröffnet, die bis 1939 existierte. Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurde das Gebäude der Kleinkinderschule von der Wehrmacht beschlagnahmt. Es wurde zum Sitz der Bauleitung für die Errichtung des Führerhauptquartiers in Ziegenberg. Als Ersatz wurde von der Wehrmacht das heutige Kindergarten-Gebäude errichtet, der Kindergarten wurde als NS-Kindergarten gleichgeschaltet. Die Stiftung musste ihre Tätigkeit einstellen, wurde aber nicht aufgelöst, geriet jedoch in den Kriegswirren in Vergessenheit. Der damalige Bürgermeister von Langenhain übergab alle Kindergarten-Unterlagen beim Einmarsch der amerikanischen Truppen dem Pfarrer. Somit wurde der Kindergarten eine kirchliche Einrichtung und konnte weiter bestehen. Seither ist die evangelische Kirchengemeinde Träger des Kindergartens. Erst 10 Jahre später stieß man durch glückliche Umstände wieder auf die Unterlagen der Stiftung. Das beim Luftangriff auf Langenhain-Ziegenberg am 19. März 1945 schwer beschädigte ehemalige Gebäude der Kleinkinderschule musste verkauft werden, um die Stiftung wieder zu beleben. So ist sie heute in der Lage, den Kindergarten wieder regelmäßig bei der Ergänzung und Erneuerung der Ausstattung zu unterstützen. Bis Anfang der siebziger Jahre wurde der Kindergarten durch eine Diakonissen-Schwester mit viel persönlichem Einsatz geleitet. Im Jahr 2000 wurde das Gebäude durch die Gemeinde Ober-Mörlen grundlegend saniert, sowie ein neuer Gruppenraum mit Nebenräumen angebaut. Dadurch können heute 45 Kinder in 2 Gruppen betreut werden. |