DER BÜRGERMEISTERORDEN
Dazu zählen das Bauen der Fassenachtswagen, die Bühnenbilder und die Orden und Ehrenzeichen, die in der närrischen Zeit nicht fehlen dürfen. Das Verleihen und Behängen dieser Utensilien hat wie alles in der fünften Jahreszeit natürlich seinen ernsten Hintergrund. Der Brauch rührt aus der Zeit, als so mancher Zeitgenosse hoch dekoriert aber unverdient mit fürstlichen oder königlich-kaiserlichen Orden, mit oder ohne Brillanten, mit geschwollener Brust durch die Lande stolzierte und seine gewöhnlichen Mitmenschen dies auch sehen und spüren ließ. Als die Bevölkerung, sich immer mehr Freiheiten erkämpfte und ertrotzte, fingen sie auch an im Gewande des Narren die Obrigkeiten zu verulken und zu verspotten. So kam es dazu, dass mit Gardetänzen das Militär verulkt wurde, Bürger mit bunten Wagen an Fassenacht durch die Strassen führen oder sich gegenseitig mit Orden behängten. Nun die Zeit der ernsten und protestartigen Narrenzeit ist Gott sei Dank fast vorbei. Es sei denn so mancher Narr nimmt sie wieder all zu ernst, "das gibt es ja auch schon wieder". Die heutige Obrigkeit sozusagen, ist unser Bürgermeister Sigbert Steffens und der ist ein echter Fassenachter. Er hat sich entschlossen einen Bürgermeisterorden anfertigen zu lassen. Der Orden wird alljährlich verdienten Fassenachtern überreicht – so wurde ein Fassenachtsorden wieder zu einem so genannten richtigen Orden, was die Oberfassenachter doch sehr freut, "verdrehte Zeit“. Der Ober-Mörler Bürgermeisterorden ist dem Wappenwandbild des Schlossgiebels angeglichen, mit einigen wichtigen Änderungen. Das Hauptmotiv ist der Doppeladler. Er stammt aus der Zeit des Preußentums. Die Kaiserkrone wurde ersetzt durch eine Narrenkappe. In der rechten Kralle hält er das Zepter und in der linken anstatt dem Schwert die Narrenplatsche ‑ All die Wappen "derer von und zu" wurden ersetzt durch unser heutiges Ober-Mörler Wappen. Jedes Jahr einen verdienten Fassenachter zu finden, dürfte in unserem goldigen Mörlau nicht allzu schwierig werden, tragen doch diese Narren dazu bei, unsere Fassenacht nicht zu purer Vergnügungssucht verkommen zu lassen, sondern die Fassenachtskultur im überlieferten Sinne zu pflegen und weiter zu entwickeln. |