HOHER BESUCH AM WINTERSTEIN
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3000 Euro vom Lotto, Holz von Hessen-Forst Hoher Besuch fand sich am Dienstagnachmittag auf dem Winterstein ein. An der festlich hergerichteten Försterhütte konnte Revierförster Eberhard Zorn neben dem Butzbacher Forstamtsleiter Norbert Altstädt und Michael Gerst, dem Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, auch Landtagspräsident Norbert Kartmann und den hessischen Minister für Umwelt, Landwirtschaft, und Forsten, Wilhelm Dietzel begrüßen. Zu einem Informationsgespräch über den Wiederaufbau des Wintersteinturms waren außerdem für den »Förderkreis Wintersteinturm« Ober-Mörlens Bürgermeister Sigbert Steffens und Friedbergs Erster Stadtrat Michael Keller gekommen sowie Nina Bellof vom Umweltamt der Gemeinde Ober-Mörlen. Viel Zeit und Muße hatten die Gäste mitgebracht, um sich bei Hochsommerwetter ihr eigenes Bild von einer Bürgerinitiative zu machen, deren guter Ruf ihr mittlerweile hessenweit vorauseilt. Abgerundet wurde der Gedankenaustausch durch eine eingehende Besichtigung des Turmstandortes am Steinkopf, Wild-Köstlichkeiten aus dem Wintersteinwald und einen historisch angehauchten Wandersack nebst Turmbrot und Wildwurst für die Gäste. Obschon sich diese offensichtlich bereits im Vorfeld gründlich über das Vorhaben informiert hatten, folgten sie den Ausführungen der Wintersteinfreunde mit Interesse und zeigten sich tief beeindruckt. Bürgermeister Steffens ging auf die Bedeutung des Areals über waldwirtschaftliche und umweltschützerische Belange hinaus für Sport, Tourismus und Kultur ein, unterstrich das riesige Potenzial der Wintersteinfläche, ihre Erweiterungsmöglichkeiten nach dem Abzug der Amerikaner und die Bedeutung des neuen Turms als »Monument des Bürgerwillens«. Binnen eines halben Jahres hätten knapp 400 Einzelspender nunmehr 34.500 Euro für den Wiederaufbau zusammengetragen, plus Dienstleistungen und Sachspenden im Wert von schätzungsweise 10.000 Euro. Der Turm sei seit seiner Entstehung im Jahr 1888 in der Wahrnehmung der Bevölkerung ein waschechtes »Wetterauer Kind«, pflichtete als zweiter Kommunalpolitiker in der illustren Runde Friedbergs Erster Stadtrat Keller bei. Er vermutete, mit dem beispiellosen Bürgerengagement auch positiver Trendsetter im Hinblick auf den Limes-Erlebnispfad geworden zu sein, der schon bald zum Weltkulturerbe erhoben werden soll. Als besonderer Blickfang solle der Turm aus dem Wald hinaus wachsen und den Besuchern Gelegenheit geben, die Heimat weit über die gesamte Wetterau hinaus zu überblicken. Erhebliche Unterstützung habe man bereits auf den unteren Behördenebenen erfahren, so Keller und Steffens. Man hoffe nun auf Beistand zum Beispiel bei Wegebau und -pflege auch von höchster Landesebene für ein Projekt, das auf hessischem (sprich Landes-) Grund und Boden verwirklicht werden solle. Eingehend wusste abschließend der langjährige Revierförster Zorn über die Besonderheiten des Reviers und seinen Stellenwert im hessischen Wald zu berichten. Allen voran würdigte Forstminister Dietzel die »außergewöhnliche Aktivität« der Menschen rund um den Winterstein. Deutlich spüre man, wie sehr das leidenschaftliche Bürgerengagement hinter dem Anliegen stehe. Sein Respekt galt all jenen, die nach dem Motto »Wir machen jetzt was« selber zupackten statt nach dem Staat zu rufen. Gleichwohl hatte der Minister eine erfreuliche Überraschung mitgebracht: Die Zusage von 3.000 Euro aus dem Lottotopf für den Wiederaufbau des traditionsreichen Aussichtsturmes. Überdies werde "Hessen-Forst" die benötigten 15 bis 20 Festmeter Douglasienholz spendieren, ergänzte Landesbetriebsleiter Gerst. Forstamtsleiter Altstädt zollte dem ebenso freiwilligen wie leidenschaftlichen Engagement der Wintersteinfreunde Respekt. Hier würden Signale gesetzt und Mut gemacht, auch in schweren Zeiten die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen. Innerhalb der nächsten Wochen will laut Steffens die Gemeinde Ober-Mörlen als Bauherr den Bauantrag für den Wintersteinturm auf den Weg bringen. Zuvor muss der Gemeindevorstand den Bau beschließen. Das Einverständnis von Behörden und Trägern öffentlicher Belange vorausgesetzt, könnten nach Erteilung der Baugenehmigung womöglich im Herbst die Fundamente gebaut werden. Mit Rücksicht auf die Vegetationsperioden soll das dann natürlich entsaftete Holz nach dem 23. November bei abnehmendem Mond geschlagen und bis zum Frühjahr gelagert werden. Wenn alles glatt läuft, könne am 1. Mai, also genau ein Jahr nach dem ersten Turmfest, die Einweihung des neuen Wintersteinturms gefeiert werden, so Steffens. Geplant seien überdies verschiedene thematische Projekte zu den geschichtlichen und natürlichen Hintergründen des Wintersteins. Außerdem soll es voraussichtlich im November eine urige »Winterholzaktion« mit Fackelwanderung und Lagerfeuer geben. Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf unserer Seite: "Wintersteinturm"
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