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LIMESTURM AM GAULSKOPF

Vor Jahresfrist übernahm die Wintersteinschule die hessenweit erste Patenschaft für ein Objekt am Limes, der im vergangenen Jahr Weltkulturerbe wurde. Intensiv haben sich die Kinder seither mit den Römern, ihrer Kultur und ihren Bauwerken beschäftigt. Am Montag durften die Schüler der vierten Klassen erstmalig an »ihrem« Römerturm am Gaulskopf Hand anlegen.

Mit Feuereifer, Freude, Spachteln und Besen befreiten die Viertklässler zusammen mit Eltern und Lehrerin Dürauer die unteren Steinlagen des Römerturms von Unkraut. Lose Steine wurden beiseite gelegt und neue Steine aus der Umgebung gesammelt. Über eine Leiter durften die Kinder dann ins Turminnere klettern. Sie hätten ja schon viel von den Römern und von ihrem Schutzwall gegen die Barbaren gelernt, erzählten sie. Aber wie schön und geräumig ihr imposanter Steinturm von innen ausschaut, hat sie dennoch ebenso überrascht wie die fantastische Aussicht über die Wetterau.

Erfreut beobachtet und begleitet wurde der Einsatz vom Kreisarchäologen Jörg Lindenthal, von Revierförster Eberhard Zorn, Bürgermeister Sigbert Steffens, Gemeindemitarbeitern und dem Obermeister der Wetterauer Bauinnung, Paulheinz Wagner. Selbst Funk und Fernsehen waren vor Ort um den Beginn der Wiederherstellung des alten Limesturms festzuhalten. Er freue sich, dass auf diese Weise Geschichte erlebbar werde so Lindenthal. Weitere Patenschaften mit Handwerksbetrieben und Ortsvereinen seien geplant.

Am heutigen Mittwoch startet laut Wagner eine Abordnung aus dem Ausbildungszentrum der Bauinnung in Nidda die Maurerarbeiten. In Kürze werde ein Zimmerbetrieb die notwendigen Arbeiten im Turminneren erledigen, erklärte Zorn. Wenn alles nach Plan läuft, so Steffens, könne der Limesturm noch vor der Fußball‑Weltmeisterschaft wieder geöffnet werden.

über zwei Jahre lang hatte der Turm gesperrt werden müssen, nachdem ein offenes Grillfeuer ein großes Loch in den Holzboden im ersten Obergeschoss gebrannt hatte. Der Steinturm selbst, die Holztreppe und die zweite Etage blieben unversehrt.

Die steinerne Rekonstruktion des römischen Wachturms hatte 1923 mit Gustav Oberländer ein in Deutschland geborener amerikanischer Strumpffabrikant finanziert, der oft als Kurgast in Bad Nauheim weilte. Ein Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Ober-Mörlen und Hessenforst regelt, dass sich die Kommune nun um den Turm kümmert.

Damit werden Wanderer auf dem idyllischen Limes‑Erlebnispfad am Winterstein bald zwei eindrucksvolle und aussichtsreiche Türme bestaunen können, ist doch der im vergangenen Jahr fertig gestellte Wintersteinturm in bequemer Gehweite gelegen.

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  © Fotos: Gemeinde Ober-Mörlen
Text: Annette Hausmanns

 

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