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NEUJAHRSEMPFANG 2006 

Ehrenamtspreis geht an Willi Liebert

Neujahrsempfang stand im Zeichen des Engagements ‑ Vier Jubiläumsvereine und eine große Spende
So groß wie nie zuvor war am Freitag im Rittersaal des Schlosses der Zuspruch beim Neujahrsempfang der Gemeinde. Zahlreiche Abordnungen aus Gesellschaft, Kirche, Politik und Wirtschaft könnte Bürgermeister Sigbert Steffens begrüßen und ihnen besonderen Dank sagen für ihr »außerordentliches ehrenamtliches Engagement«, Vier Jubiläumsvereine stellten sich vor, besonderes Augenmerk wurde auf die Gemeindebüchereien gerichtet und auf eine private Spende an verschiedene soziale Einrichtungen im Dorf. Mit dem Förderpreis der Kommune für ehrenamtliches Engagement wurde Willi Liebert ausgezeichnet.
In seiner Neujahrsansprache hob Bürgermeister Steffens die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit als »wesentlichen Teil qualitativ hochwertigen kulturellen und sozialen Zusammenlebens« hervor. Mehr denn je gelte es, den Kurs der zukunftsorientierten Selbstfindung, und Selbstbestimmung Ober-Mörlens weiterzuentwickeln. »Für uns alle bedeutet das, uns verstärkt neben den Herausforderungen des Alltags für uns selbst, aber auch in unserem Umfeld für die großen Aufgaben der Zukunftsvorsorge sowie den Erhalt der Leistungsfähigkeit unserer Sozialsysteme einzusetzen«, appellierte Steffens an Privatleute, Vereine, Institutionen und Politiker.
Besondere Chancen rechnet er der Kommune in der Peripherie des Ballungsraums Rhein-Main aus: Dem Geflecht wechselseitiger Beziehungen in der Region und insbesondere den spezifischen Vorzügen der verstädterten Landschaft, der so genannten »Zwischenstadt« werde immer mehr Bedeutung beigemessen. Alte Städte, neue Siedlungsformen und die dazugehörige Landschaft könnten sinnvoll nur als sich ergänzende Netzstrukturen gestattet werden, so Steffens. Er machte sich für die regionale Profilierung Ober-Mörlens bei gleichzeitiger Bewahrung von lokaler Identität und Entfaltung örtlicher Talente stark.
Einen eindrucksvollen Einblick in das überdurchschnittlich große ehrenamtliche Engagement in dem 6000-Seelen-Dorf mit seinen rund 70 Vereinen und Verbänden boten die Jubelvereine 2006. Auf 40 Jahre DRK-Ortsgruppe blickte Holger Heller zurück und hob dabei die qualitätsbewusste Breitenausbildung, die, Einsätze im Katastrophenschutz und die Betreuung von Großveranstaltungen hervor. Für den Mörlauer Carneval Club ließ Vorsitzender Günther Rühl 50 Jahre Vereinsleben und Kulturgutpflege Revue passieren, darunter fastnachtliche Großveranstaltungen, Kirmesfeste und Musikshows. Rühl vergaß aber auch die vereinseigene, ehrenamtlich geführte Musikschule nicht.
Für den Gesangverein »Eintracht« schaute der Vorsitzende Karl Faust auf 100-jährige Vereinsgeschichte und 50 Jahre gemischter Chor zurück Und die 160‑jährige Vereinschronik des Langenhain-Ziegenberger Gesangvereins »Liederkranz« brachte die Vorsitzende Marie Wagner den Gästen nahe. Derweil das DRK im Schlosshof sein modernes Katastrophenschutzfahrzeug eindrucksvoll präsentierte, verschönerten die drei Musik treibenden Vereine den Empfang mit stimmungsvollen Stücken. Allen galt viel Lob, Dank und die Vorfreude auf diverse, übers Jahr verteilte Festveranstaltungen.
Das ehrenamtliche Engagement zur Leseförderung in beiden Ortsteilen unter der Leitung von Waltraud Neisel und Inga Büchner rief der Bürgermeister ins Bewusstsein. Vor kurzem hatte die Gemeindebücherei in der Kerngemeinde als einzige ehrenamtlich geführte Einrichtung in Hessen den Leseförderpreis des Landes erhalten. Hier wie auch in Langenhain-Ziegenberg hätten sich in letzter Zeit zudem gut anderthalb Dutzend Lesepaten gefunden,
Mit großem Beifall wurde schließlich die Spendenaktion von Helga Hildebrand bedacht. Die langjährige Besitzerin der Ober-Mörler Apotheke hatte aus Anlass des Geschäftsverkaufs und zum Dank für 36 gute Jahre in ihrer Wahlheimat 9000,- Euro an die Gemeinde übergeben, die diese nun weiterreichte an die kommunale Seniorenarbeit und die Ferienspiele, die drei Kindergärten, die Betreuungsschule »Spatzennest«, die MCC-Musikschule, die KG-Jugend, das TV-Kinderturnen, die Jugendfeuerwehr und den Kulturkreis.
Mit Spannung erwartete die Festgesellschaft die Vergabe des dritten Ehrenamtspreises in der Dorfgeschichte. Das herausragende bürgerschaftliche Engagement von Preisträger Willi Liebert aus Langenhain-Ziegenberg würdigte Parlamentschef Wolfgang Achtznick. Jedem in seiner Heimat bekannt, engagiert sich Liebert seit langen Jahren vor allem für den Chorgesang, den Naturschutz, die Dorferneuerung, das Vereinsleben und die wohnortnahe Versorgung. Seit 35 Jahren ist Liebert im »Liederkranz« Vorstand aktiv, davon 25 als 1. Vorsitzender. 1991 rief er den Kinderchor »Usastrolche« ins Leben, dessen Betreuer er bis heute ist und aus dem später der Jugendchor »Sunshine« hervorging. Auch die Gründung der Chorgruppe »Patchwork« geht auf sein Konto.
Liebert ist ferner Gründungsmitglied der Naturschutzgruppe Langenhain-Ziegenberg und seit drei Jahren deren Vorsitzender. Seit 1998 ist er 2. Vorsitzender des Vereinsrings, er ist Sprecher des Dorferneuerungsbeirats, war treibende Kraft bei der Einrichtung des Nachbarschaftsladens und seinerzeit mit von der Partie beim Aufbau des Heimatmuseums. Achtznick dankte dem Preisträger und wünschte, dass sein Vorbild Schule mache. Glückwunsch, Dank und Urkunde überbrachte Bürgermeister Steffens. Bevor sich Liebert zum abschließenden Segenslied in seinen Chor einreihte, übergab er das Preisgeld an die Vereinsrechnerin, »damit die Chorarbeit weiter blühen möge«.

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(Alle Fotos: Gemeinde)

 

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