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Ehrenamtspreis geht an Willi Liebert
Neujahrsempfang stand im Zeichen des Engagements ‑ Vier Jubiläumsvereine
und eine große Spende
So groß wie nie zuvor war am Freitag im Rittersaal des
Schlosses der Zuspruch beim Neujahrsempfang der Gemeinde. Zahlreiche
Abordnungen aus Gesellschaft, Kirche, Politik und Wirtschaft könnte
Bürgermeister Sigbert Steffens begrüßen und ihnen besonderen Dank sagen
für ihr »außerordentliches ehrenamtliches Engagement«, Vier
Jubiläumsvereine stellten sich vor, besonderes Augenmerk wurde auf die
Gemeindebüchereien gerichtet und auf eine private Spende an verschiedene
soziale Einrichtungen im Dorf. Mit dem Förderpreis der Kommune für
ehrenamtliches Engagement wurde Willi Liebert ausgezeichnet.
In seiner Neujahrsansprache hob Bürgermeister Steffens die Bedeutung der
ehrenamtlichen Arbeit als »wesentlichen Teil qualitativ hochwertigen
kulturellen und sozialen Zusammenlebens« hervor. Mehr denn je gelte es,
den Kurs der zukunftsorientierten Selbstfindung, und Selbstbestimmung
Ober-Mörlens weiterzuentwickeln. »Für uns alle bedeutet das, uns
verstärkt neben den Herausforderungen des Alltags für uns selbst, aber
auch in unserem Umfeld für die großen Aufgaben der Zukunftsvorsorge
sowie den Erhalt der Leistungsfähigkeit unserer Sozialsysteme
einzusetzen«, appellierte Steffens an Privatleute, Vereine,
Institutionen und Politiker.
Besondere Chancen rechnet er der Kommune in der Peripherie des
Ballungsraums Rhein-Main aus: Dem Geflecht wechselseitiger Beziehungen
in der Region und insbesondere den spezifischen Vorzügen der
verstädterten Landschaft, der so genannten »Zwischenstadt« werde immer
mehr Bedeutung beigemessen. Alte Städte, neue Siedlungsformen und die
dazugehörige Landschaft könnten sinnvoll nur als sich ergänzende
Netzstrukturen gestattet werden, so Steffens. Er machte sich für die
regionale Profilierung Ober-Mörlens bei gleichzeitiger Bewahrung von
lokaler Identität und Entfaltung örtlicher Talente stark.
Einen eindrucksvollen Einblick in das überdurchschnittlich große
ehrenamtliche Engagement in dem 6000-Seelen-Dorf mit seinen rund 70
Vereinen und Verbänden boten die Jubelvereine 2006. Auf 40 Jahre
DRK-Ortsgruppe blickte Holger Heller zurück und hob dabei die
qualitätsbewusste Breitenausbildung, die, Einsätze im Katastrophenschutz
und die Betreuung von Großveranstaltungen hervor. Für den Mörlauer
Carneval Club ließ Vorsitzender Günther Rühl 50 Jahre Vereinsleben und
Kulturgutpflege Revue passieren, darunter fastnachtliche
Großveranstaltungen, Kirmesfeste und Musikshows. Rühl vergaß aber auch
die vereinseigene, ehrenamtlich geführte Musikschule nicht.
Für den Gesangverein »Eintracht« schaute der Vorsitzende Karl Faust auf
100-jährige Vereinsgeschichte und 50 Jahre gemischter Chor zurück Und
die 160‑jährige Vereinschronik des Langenhain-Ziegenberger Gesangvereins
»Liederkranz« brachte die Vorsitzende Marie Wagner den Gästen nahe.
Derweil das DRK im Schlosshof sein modernes Katastrophenschutzfahrzeug
eindrucksvoll präsentierte, verschönerten die drei Musik treibenden
Vereine den Empfang mit stimmungsvollen Stücken. Allen galt viel Lob,
Dank und die Vorfreude auf diverse, übers Jahr verteilte
Festveranstaltungen.
Das ehrenamtliche Engagement zur Leseförderung in beiden Ortsteilen
unter der Leitung von Waltraud Neisel und Inga Büchner rief der
Bürgermeister ins Bewusstsein. Vor kurzem hatte die Gemeindebücherei in
der Kerngemeinde als einzige ehrenamtlich geführte Einrichtung in Hessen
den Leseförderpreis des Landes erhalten. Hier wie auch in
Langenhain-Ziegenberg hätten sich in letzter Zeit zudem gut anderthalb
Dutzend Lesepaten gefunden,
Mit großem Beifall wurde schließlich die Spendenaktion von Helga
Hildebrand bedacht. Die langjährige Besitzerin der Ober-Mörler Apotheke
hatte aus Anlass des Geschäftsverkaufs und zum Dank für 36 gute Jahre in
ihrer Wahlheimat 9000,- Euro an die Gemeinde übergeben, die diese nun
weiterreichte an die kommunale Seniorenarbeit und die Ferienspiele, die
drei Kindergärten, die Betreuungsschule »Spatzennest«, die
MCC-Musikschule, die KG-Jugend, das TV-Kinderturnen, die Jugendfeuerwehr
und den Kulturkreis.
Mit Spannung erwartete die Festgesellschaft die Vergabe des dritten
Ehrenamtspreises in der Dorfgeschichte. Das herausragende
bürgerschaftliche Engagement von Preisträger Willi Liebert aus
Langenhain-Ziegenberg würdigte Parlamentschef Wolfgang Achtznick. Jedem
in seiner Heimat bekannt, engagiert sich Liebert seit langen Jahren vor
allem für den Chorgesang, den Naturschutz, die Dorferneuerung, das
Vereinsleben und die wohnortnahe Versorgung. Seit 35 Jahren ist Liebert
im »Liederkranz« Vorstand aktiv, davon 25 als 1. Vorsitzender. 1991 rief
er den Kinderchor »Usastrolche« ins Leben, dessen Betreuer er bis heute
ist und aus dem später der Jugendchor »Sunshine« hervorging. Auch die
Gründung der Chorgruppe »Patchwork« geht auf sein Konto.
Liebert ist ferner Gründungsmitglied der
Naturschutzgruppe Langenhain-Ziegenberg und seit drei Jahren deren
Vorsitzender. Seit 1998 ist er 2. Vorsitzender des Vereinsrings, er ist
Sprecher des Dorferneuerungsbeirats, war treibende Kraft bei der
Einrichtung des Nachbarschaftsladens und seinerzeit mit von der Partie
beim Aufbau des Heimatmuseums. Achtznick dankte dem Preisträger und
wünschte, dass sein Vorbild Schule mache. Glückwunsch, Dank und Urkunde
überbrachte Bürgermeister Steffens. Bevor sich Liebert zum
abschließenden Segenslied in seinen Chor einreihte, übergab er das
Preisgeld an die Vereinsrechnerin, »damit die Chorarbeit weiter blühen
möge«.
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